Bildgestaltung: Weitwinkelfotografie & geringe Schärfentiefe
9. August 2025|Bildgestaltung, Fotoblog, Fototechnik, photo dump
Wie manche von euch wissen bin ich ein großer Fan von Weitwinkelobjektiven – gerade in meinem Spezialfeld Architektur und auch in der Landschaftsfotografie sind sie unverzichtbare Werkzeuge.
Natürlich kann man damit aber auch andere Dinge fotografieren 😉 Generell ist man bei Weitwinkelaufnahmen eine große Schärfentiefe gewohnt, was bei den meisten solcher Aufnahmen durchaus so beabsichtigt ist.
Daher mag es etwas ungewöhnlich wirken, wenn ich hier nun von Bildgestaltung mittels Schärfentiefe rede, was im Allgemeinen eher bei Teleobjektiven (im Bereich Portrait, Makro, Tiere und Sport zB.) eine große Rolle spielt.
Beides zu kombinieren erzeugt daher eine besondere und vielleicht noch nicht so oft gesehene Bildwirkung.
Mit dem Weitwinkel könnt ihr Bildelemente stark betonen, da sie durch die Verzeichnung an den Bildrändern automatisch fast schon übertrieben verzerrt werden.
Wenn ihr dann nöch möglichst nahe an euer Motiv rangeht könnt ihr den Effekt noch verstärken. Hier bietet sich also ein Objektiv mit geringer Naheinstellgrenze an, damit ihr in der Nähe noch fokussieren könnt.
Je näher desto besser!
Besonders von Vorteil ist hier zusätzlich noch eine möglichst kleine Blendenzahl um im Hintergrund eine wirklich schöne Unschärfe hinzubekommen. Blende 5,6 reicht im Normalfall nicht aus um im Weitwinkelbereich eine mehr als nur leichte Hintergrundunschärfe zu bekommen.
Die Bilder in diesem Post habe ich beispielsweise alle mit dem Sony 16mm f1,8 geschossen (Naheinstellgrenze 15cm! 🤩). Solche Spezialbrennweiten sind definitiv nicht nur für Astrofotografen interessant!
Hier müßt ihr dem Motiv schon richtig nah auf die Pelle rücken und trotzdem bleibt natürlich durch den weiten Winkel relativ viel vom Hintergrund sichtbar – auch bei geringer Schärfentiefe. Das könnt ihr euch sehr gut in der Bildgestaltung zunutze machen um noch mehr Dreidimensionalität und Spannung ins Foto zu bringen.