Landschaftsfotografie Tipps: wie ihr auch aus unscheinbaren Orten starke Bilder rausholt
Ein kleiner Fotobericht aus Bad Zwischenahn mit Bildgestaltungs-Tipps
27. Juni 2026|Bildgestaltung, Fotoblog, Reise-Bericht, photo dump
Bad Zwischenahn, Deutschland.
Die Fotografie führt einen schon manchmal an sehr unvermutete und vielleicht auch unbekannte Orte. Den Namen des durchaus hübschen Kurortes hatte ich noch nie zuvor gehört, bis ich an einem Kunstpreis teilnahm, welcher dort alle 2 Jahre stattfindendet.
Und tatsächlich habe ich mit meinem Bild zumindest eine Nominierung geschafft. Die Gewinner- und nominierten Bilder gehen nun auf Wanderausstellung in der Region und sind auf Flaggen im Kurpark zu sehen.
Das Schöne an diesem Wettbewerb: die Gewinner und Nominierten werden alle zur Preisverleihung vor Ort direkt am See eingeladen. Eine gute Gelegenheit, mal wieder über den Tellerrand hinauszuschauen – auch in fotografischer Hinsicht.
Wer weiß, ob ich sonst je den Weg dorthin gefunden hätte…
Als gebürtige Salzburgerin finde ich oft Seepanoramen in der flachen Ebene recht unspektakulär… alles nur eine einzige gerade Linie 🙈 Also versuche ich, diese Horizontlinie zu durchbrechen.
Ihr kennt den Spruch: Vordergrund macht Bild gesund!
Und das trifft ganz besonders auf Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen wie in diesem Fall zu: keine Wolken die dem Himmel Struktur geben und eine komplett platte, weit entfernte Horizontlinie.
Zum Glück gab es genug interessanten Vordergrund, welchen ich in meine Fotos einbauen konnte. So entsteht automatisch mehr Tiefe und Spannung in euren Aufnahmen, selbst wenn der Hintergrund allein eher unspektakulär sein mag.
Der See (bzw. das Zwischenahner Meer!) ist jedoch nicht das einzige Fotomotiv was ich dort entdeckt habe: es gibt auch ein frei zugängliches Freilichtmuseum.
Historische Gebäude sind eigentlich immer fotografisch ergiebig; selbst wenn ich dieses mal so spät vor Ort war, daß die Innenräume der Häuser schon geschlossen waren.
Dafür konnte aber ich tolles Spätnachmittagslicht ernten. Besonders die strukturierten Fassaden dieser alten Gebäude werden durch das Streiflicht sehr deutlich herausgearbeitet.
Natürlich konnte ich auch hier nicht an interessanten Reflexionen und Transparenzen vorbeigehen. Mein fotografischer Blick ist darauf einfach schon zu sehr eingeschossen.
Wie ihr seht lohnt es sich durchaus, nicht nur auf die Spiegelung selbst sondern auch auf Details zu achten. So entdeckte ich einiges, das mir möglicherweise ohne Kamera gar nicht aufgefallen wäre. Gerade wenn die Spiegelung etwas nur halb verdeckt lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Auch hier arbietet ihr im Grunde mit dem Prinzip von Vordergrund und Hintergrund, auch wenn die beiden hier eher ineinander übergehen.
Selbstverständlich ist auch das klassische See-Motiv eine ideale Location, um Reflexionen zu fotografieren. Am effektivsten klappt das, wenn ihr mit der Kamera so nah wie möglich an die Wasseroberfläche herangeht und es relativ windstill ist, damit die Spiegelung nicht durch Wasserbewegung unterbrochen wird.
Tipp: achtet auf vorbeifahrende Boote und Schiffe, denn die davon ausgehenden Wellen können ebenfalls eure perfekte Spiegelung zerstören.
