Schnee fotografieren
31. März 2026|Bildgestaltung, Fotoblog
Da das Licht im Winter generell eher flach einfällt sind Schattenspiele jetzt besonders reizvoll, gerade wenn sie durch weiße Schneeflächen nochmal extra Kontrast bekommen. Selbst mittags könnt ihr rausgehen um lange Schatten und die feinen Strukturen frisch gefallenen Schnees einzufangen.
Die tiefstehende Sonne eignet sich dabei perfekt für Gegenlichtaufnahmen. Auch wenn der Schnee schon länger liegt und zu einer harten Schicht zusammengebacken wurde kann die entstehende Textur durch den schrägen Lichteinfall interessant werden.
Im Sonnenschein glitzert Schnee bekanntlich hübsch, wenn er noch nicht zu sehr angeschmolzen ist. Allerdings muß man bei der Belichtung etwas aufpassen: einerseits wollt ihr natürlich vermeiden, daß der Schnee durch eine zu starke Unterbelichtung grau statt weiß wird – aber mit einer leichten Überbelichtung ist der Schnee dann zwar weiß, aber der Glitzereffekt nicht mehr sichtbar, denn dazu braucht es zumindest ein wenig Kontrast.
Ich behelfe mir daher mit einer nur leichten Unterbelichtung und einem Weißabgleich, der den Schnee bzw. die Schatten darauf bläulich erscheinen lassen. So kommt auch die Kälte des Materials auf dem Foto plakativ rüber. Wie ihr seht hilft es auch näher ran zu gehen, da ansonsten der subtile Glitzereffekt auf einer großen Schneefläche untergeht.
Ein schräger Winkel beim Fotografieren hilft euch dabei, das Glitzern durch Unschärfe im Vorder- und Hintergrund noch zu verstärken. Direkt von oben fotografiert sieht man bei der gleichen Lichtsituation kein Glitzern, dafür aber schöne Schneestrukturen.
Wenn es richtig schneit werden die Flocken selbst eher schlecht beleuchtet und sehen auf Fotos oft wie graue Flecken aus (oder ein extrem schmutziger Sensor…). Am Besten fangt ihr das Schneetreiben daher mit Hilfe von zusätzlichem Licht ein.
Wer einen integrierten Aufklapp-Blitz an der Kamera hat, kann einfach direkt reinblitzen: so werden die Flocken in unmittelbarer Nähe auf dem Bild schön weiß. Alternativ könnt ihr auch eine starke, möglichst großflächige Taschenlampe nutzen.
Es reicht, wenn ihr die Flocken direkt vor der Kamera erwischt, denn das sind visuell die größten und auffälligsten am Foto. Bei nächtlichem Schneefall in bewohntem Gebiet habt ihr den Vorteil der Straßenlaternen, welche die herabrieselnden Flocken spotartig vor dem dunklen Hintergrund des Nachthimmels beleuchten.
